Marcus A. Woelfle
Rondo Magazin
„‚Token Gestures‘, das Debut des Auwald Trios – Christian Ludwig Mayer (p), Ludwig Leininger (b) und Lorenz Hunziker-Rutigliano (d) – ist in seiner Vielfalt erstaunlich. Mayer, Komponist aller Stücke, hat die putzmunter zwischen den Genres vermittelnde Fantasie eines Jaki Byard, den singenden Anschlag eines Roland Hanna, die romantische Seele eines Robert Schumann und eine Riesenportion Eigenart. Stridepiano oder Neobarockes sind nur eine Startrampe, von der aus es mit irrwitzigem Spielwitz und umwerfendem Swing überallhin gehen kann. Doch die „Token Gestures“ sind keine leeren Stilübungen, sondern echter Selbstausdruck. Auch die rätselhaftironischen Texte offenbaren Esprit.“
Markus Noichl
Allgäuer Zeitung
„Eine virtuose Gratwanderung zwischen verrückt und genial ohne Netz und doppelten Boden. Da geht ein Freigeist volles Risiko, wie einst ein E.T.A. Hoffmann. Dass es sowas heutzutage noch gibt...“     
Nominiert für den Preis der deutschen Schallplattenkritik
(PDSK Bestenliste 2/2017)
Guenter Buhles
Jazz Podium
„Früher, also im vorigen Jahrtausend, trauten sich europäische und zumal deutsche Jazzer nicht so recht, Klaviertrios zu gründen [...] Zeit, einmal das noch kaum bekannte Auwald Trio vorzustellen! Der Pianist Christian Ludwig Mayer, der Kontrabassist Ludwig Leininger und der Schlagzeuger Lorenz Hunziker-Rutigliano haben in Murnau eine bemerkenswerte CD aufgenommen mit dem Titel „Token Gestures“. Wer sie auflegt, denkt bei „Nocturnal Constitution“, dem ersten Stück: Aha, da haben drei Musiker die Lektion von Evans’scher Trio-Kommunikation studiert und was gelernt! Doch gleich danach folgt Verblüffung beim lebhaften, temporeichen  „The Battle Of St. George“ mit quer über die Tastatur raumgreifender Stride-Pianistik zu sattem Bass und knackigem Schlagzeug. [...]  Und nun klingt das 19., ja sogar das 18. Jahrhundert mal kurz an bei „Reconnaissance: Im Gehäuse“, bevor die Musik mit „Into it“ losfetzt: Was ist das? Jack Bruce trifft Mal Waldron? [...]  Auf dieser CD geht es so abwechslungsreich weiter: mal tiefgründig balladesk, mal heftig drivend, mal von französischem Musette angehaucht locker schwingend, mal auch einen Blick in Latin-Gefilde werfend [… ] Und wer derweil im Booklet blättert und liest, der ist sozusagen auch verbal angetan, ohne aus den geistreich-ironischen Texten so ganz schlau zu werden oder gar über die drei Musiker etwas zu erfahren. Sind diese Gesten (= gestures) also in diesem Sinne symbolisch, nur proforma = token? – Gleichviel, das Facit zum Auwald Trio und zu dieser CD lautet: Die Musik spricht für sich selbst.“
© Auwald Trio 2019